biduum in Arztpraxen
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Arbeitszeitgesetz

Das Arbeitszeitgesetz (ArbzG) in Deutschland bildet den gesetzlichen Grundrahmen derjenigen Bedingungen, welche die zeitlichen Komponenten der Erwerbsarbeit betreffen. Dazu gehören neben der Arbeitsdauer etwa eine Pausen- und Überstundenregelung. Die Zielgruppe umfasst Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Auszubildende.

Definition Arbeitszeitgesetz

Der Gesetzgeber begreift den Schutz der Arbeitszeiten als Teil des Arbeitsschutzrechts. Ein Verstoß gegen diese Regelungen kann arbeitsrechtliche Folgen nach sich ziehen. Er ist in der Pflicht, einerseits Arbeitsnehmer/innen vor Ausbeutung und Willkür seitens der Arbeitgeber/innen zu bewahren, andererseits Letztgenannten eine gewisse Flexibilität zu verschaffen. Vor dem Hintergrund schwankender Auftragslagen, internationaler Konkurrenz und besonderen Zeiterfordernissen der Arbeit (beispielsweise nächtliche Produktion) sollen Unternehmen ihre gestellten Ziele erreichen, ohne das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter/innen zu beeinträchtigen.

Es regelt daher,

  • von welcher Dauer die Arbeitszeit zuzüglich folgender Ruhezeiten sein darf,
  • wie bei Bereitschaftsdiensten und Nachtarbeit zu verfahren ist,
  • welche Bedingungen an einen Ausgleich von Sonderschichten gestellt werden sowie
  • welche Vorgaben zu Pausenzeiten und Überstunden einzuhalten sind.

Um der Interessendivergenz zwischen oben genannten Bezugsgruppen gerecht zu werden, sind spätestens seit dem
Arbeitszeitgesetz 2011 gesonderte Bedingungen im ArbzG aufgeführt. So gelten nach Verhandlung mit den jeweiligen Tarifpartnern abweichende Möglichkeiten, wenn etwa betriebliche und zeitliche Erfordernisse dies voraussetzen,

  • in bestimmtem Branchen (beispielsweise in der Landwirtschaft während der Erntezeit),
  • in Schicht- und Verkehrsbetrieben (zur Aufrechterhaltung der Konkurrenzfähigkeit),
  • bei Notfall- und Katastrophenfällen.

Das Arbeitszeitgesetz in der Praxis

In Deutschland haben Arbeitnehmer/innen in der Regel einen Acht-Stunden-Tag, wobei nach Feierabend Ruhezeiten von elf Stunden einzuhalten sind. Die Pausenregelung eines Unternehmens muss eine Arbeitsunterbrechung zwingend nach sechs Stunden Arbeitszeit vorsehen. Sollten Arbeitserfordernisse eine längere Arbeitszeit nötig machen, kann diese auf maximal zehn Stunden werktäglich ausgedehnt werden, jedoch innerhalb von sechs Monaten wieder auf durchschnittlich acht Stunden an Werktagen ausgeglichen werden. Vorgeschriebene Pausenzeiten belaufen sich auf 30 Minuten bei einer Arbeitszeit zwischen sechs und neun Stunden, 45 Minuten bei längeren Schichten.

Für Nachtarbeit (zwischen 22 und 6 Uhr, mindestens 48 Tage im Jahr) gilt der Grundsatz, dass nur gesundheitlich einwandfreie Mitarbeiter/innen dafür infrage kommen. Auch der familiäre Hintergrund ist zu beachten, das heißt zu versorgende Kinder unter 12 Jahren oder pflegebedürftige Angehörige verhelfen zum Recht auf Tagschicht. Die Arbeitszeit sollte des Nachts acht Stunden nicht überschreiten, bei längerer Schicht ist der Ausgleichszeitraum auf vier Wochen verkürzt. Einsatzzeiten während Rufbereitschaften müssen in dieser Frist ebenfalls ausgeglichen werden.

Grundsätzlich gilt nach dem ArbzG ein Beschäftigungsverbot an Sonn- und Feiertagen. Davon wird bei Berufsgruppen abgewichen, welche ihre Arbeit nicht nur werktäglich erledigen können (beispielsweise Krankenhauspersonal, Polizei und Feuerwehren).

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