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Dienstplan-Lexikon Minijob
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Lexikon
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Minijob - geringfügige Beschäftigung

Was ist ein Minijob?

Der Minijob kennzeichnet eine Sonderform der Teilzeitarbeit, welche oft auch unter dem Begriff geringfügige Beschäftigung geführt wird.

Ein Minijob ist eine besondere Form der Teilzeitarbeit innerhalb eines niedrigen Verdienst- oder Zeitrahmens. Er wird auch bezeichnet als 450-Euro-Job, geringfügige Beschäftigung oder Aushilfsjob. Die Beschäftigung kann bei einem gewerblichen Arbeitgeber oder in einem privaten Haushalt erfolgen. 

Eingeführt wurde der Minijob in Deutschland im Jahr 2003.

Welche Arten von Minijobs gibt es?

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen 450-Euro-Minijob und kurzfristigem Minijob.

450-Euro-Minijob

Der 450-Euro-Minijob ist auf eine Jahresverdienstgrenze von bis zu 5.400 Euro beschränkt. Dabei ist die Überschreitung der monatlichen Einnahmen von 450 Euro in bis zu zwei Monaten innerhalb eines Kalenderjahres möglich. 

Der geringfügig Beschäftigte arbeitet regelmäßig. Die Wochenarbeitszeit und die Einsätze pro Monat sind hierbei nicht entscheidend, sondern die Verdienstgrenze. 

Kurzfristiger Minijob

Im kurzfristigen Minijob wird vorübergehend gearbeitet. Die Anzahl der Arbeitsmonate innerhalb eines Kalenderjahres ist auf maximal drei Monate beziehungsweise 70 Tage beschränkt. Eine Verdienstgrenze ist in diesem Aushilfsjob nicht relevant, außer für berufsmäßig Beschäftigte. 

Arbeitnehmer sind berufsmäßig beschäftigt, wenn sie

•         Leistungen der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters beziehen oder

•         bei einer Agentur für Arbeit über einen kurzfristigen Minijob hinaus arbeitsuchend gemeldet sind. 

Arbeitslose gelten daher stets als berufsmäßig Beschäftigte.

Wie viele Minijobs sind erlaubt?

Versicherungspflichtig Beschäftigte dürfen nur einen versicherungsfreien Minijob haben.

Handelt es sich um einen Nebenjob, muss der Hauptarbeitgeber über diesen informiert und einverstanden sein. Weitere geringfügige Nebenjobs werden zur Hauptbeschäftigung hinzugerechnet und sind dann – mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung – sozialversicherungspflichtig.

Wer nicht versicherungspflichtig beschäftigt ist, darf mehreren 450-Euro-Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern nachgehen. 

Betragen die Gesamteinkünfte mehr als 450 Euro, sind Sozialabgaben zu zahlen. Ebenso dürfen mehrere kurzfristige Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt werden, wenn die begrenzte Anzahl an Arbeitsmonaten beziehungsweise -tagen eingehalten wird. Wichtig: 450-Euro-Minijobs dürfen nicht mit einer kurzfristigen Beschäftigung zusammengerechnet werden. 

Auch Arbeitslose, Rentner und Werkstudenten dürfen Minijobs nachgehen. Für sie gelten jedoch Sonderregelungen.

Welche Pflichten haben Arbeitgeber vor der Einstellung?

Der Arbeitgeber ist unter anderem dazu verpflichtet, vor Einstellungsbeginn die Berufsmäßigkeit zu prüfen sowie festzustellen, ob der Arbeitnehmer privat oder gesetzlich krankenversichert ist.

Zudem obliegt ihm die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung: Er muss feststellen, ob sein Mitarbeiter als 450-Euro-Minijobber, kurzfristiger Minijobber oder sozialversicherungspflichtig beschäftigt wird beziehungsweise ob weitere Minijobs ausgeübt werden.

Da der Minijobber nicht automatisch über das Arbeitsverhältnis krankenversichert ist, muss der Arbeitgeber den Krankenschutz klären. 

Bei einem Minijobber aus

•       einem EU-Mitgliedstaat,

•       dem Europäischen Wirtschaftsraum oder

•       der Schweiz

sollten Arbeitgeber ihren Beschäftigten darauf hinweisen, dass sie ihren ausländischen Sozialversicherungsträger über die neue Beschäftigung in Deutschland informieren. Legt der Beschäftigte Bescheinigung A1 vor, gilt das ausländische Recht. Ohne Bescheinigung A1 muss der Arbeitgeber klären, welches Recht gilt. Weitere Informationen gibt es bei der Minijob-Zentrale.

Auch muss der Arbeitgeber den Versichertenstatus (Rentner, Freiberufler, Werkstudent etc.) seines Minijobbers prüfen, da spezielle Hinzuverdienstgrenzen gelten. Die gesamte sozialversicherungsrechtliche Beurteilung kann mit Hilfe einer Checkliste erfolgen, die der Arbeitnehmer vor Beschäftigungsbeginn ausfüllt. 

Eine schriftliche Dokumentation ist empfehlenswert, da sie einen Nachweis bei möglichen Unklarheiten bietet. Arbeitgeber dürfen der Richtigkeit der Angaben ihres Arbeitnehmers vertrauen. Falschangaben führen daher nicht zwangsläufig zu Beitragsnachforderungen.

Arbeitgeber müssen ihre Minijobber monatlich der Minijob-Zentrale Knappschaft-Bahn-See der Deutschen Rentenversicherung melden und Beitragsnachweise über die Höhe ihrer Abgaben übermitteln. Die Servicestelle führt auch ein sogenanntes Haushaltsscheck-Verfahren für Minijobs in Privathaushalten durch.

Hat ein Arbeitnehmer, der keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung ausübt, mehrere 450-Euro-Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern nebeneinander und die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro wird überschritten, handelt es sich um versicherungspflichtige Beschäftigungen, die der zuständigen Krankenkasse mitzuteilen sind. 

Ebenso ist der Krankenkasse zu melden, wenn die Verdienstgrenze von 5.400 Euro innerhalb eines Kalenderjahres überschritten wird. In diesem Fall gilt das Beschäftigungsverhältnis als sozialversicherungspflichtig.

Unabhängig von der Minijob-Zentrale müssen gewerbliche Arbeitgeber ihren geringfügig Beschäftigten bei der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden. Für Privathaushalte übernimmt die Minijob-Zentrale diese Aufgabe.

Was ist bei der Dienstplanung im Minijob zu beachten?

Bei der Erstellung des Dienstplans für Minijobber müssen maximale Monatsarbeitszeit, Zuschläge und Urlaubsansprüche berücksichtigt werden.

Für die Dienstplanung muss der Dienstplaner aus der Stundenvergütung eine maximale Monatsarbeitszeit in Stunden berechnen. Bei einem Mindeststundenlohn von derzeit 9,35 Euro (Stand: 1. Januar 2020) ergibt sich bei einem Monatslohn von 450 Euro eine Höchststundenzahl von 48,12 Stunden, die nicht überschritten werden darf. Eventuelle Zuschläge für Dienste zu ungünstigen Zeiten erschweren diese Aufgabe.

Sofern der Dienstplaner die maximale Monatsarbeitszeit in einer Software wie biduum® hinterlegt, kann diese ihn bei der Planung unterstützen.

Ebenso übernimmt sie die Berechnung des Urlaubsanspruchs. Minijobber arbeiten oft an regelmäßig ungleichen Arbeitstagen, zum Beispiel an zwei oder drei Tagen pro Woche. Die Berechnung des Urlaubsanspruches erfolgt dann auf das Jahr und nicht auf die Woche.

Welche Sozialabgaben sind für Minijobber zu entrichten?

Für Minijobber sind in der Regel keine Sozialabgaben, jedoch unter Umständen Beiträge zu Kranken-, Renten- und Unfallversicherung zu zahlen. 

Sozialabgaben in gewerblichen Minijobs

Geringfügige Beschäftigungen sind für Minijobber weitgehend sozialversicherungsfrei. Es müssen weder Beiträge für die Arbeitslosen- und Pflegeversicherung gezahlt werden, noch sind Zusatzbeiträge für die Krankenversicherung zu entrichten. Daher besteht kein Anspruch auf Leistungen aus den genannten Versicherungen. Allerdings müssen sich geringfügig Beschäftigte anderweitig krankenversichern, da seit 2009 eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht. 

Der Minijobber hat dabei drei Versicherungsarten zur Auswahl:

•         Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung
•         Beitragsfreie Familienversicherung
•         Freiwillige Krankenversicherung.

Wer mehreren Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern nachgeht, entrichtet nur dann Sozialabgaben, wenn die Gesamteinkünfte die 450-Euro-Grenze überschreiten. Besteht neben dem Minijob ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, gilt die Krankenversicherung aus dem Hauptarbeitsverhältnis auch für den Zweitjob.

In der Rentenversicherung müssen sich 450-Euro-Minijobber pflichtversichern. Sie zahlen zum Arbeitgeberbeitrag einen Eigenanteil in Höhe von 3,6 Prozent ihres Bruttoentgelts. Damit sichern sich Minijobber ihren Anspruch auf alle Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung. 

Es besteht die Möglichkeit, sich per schriftlichen Antrag an den Arbeitgeber von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Der Arbeitgeber dokumentiert das Eingangsdatum und muss bei einer eventuellen Prüfung der Sozialversicherung den Antrag vorhalten.

Kurzfristige Minijobber zahlen keine Sozialabgaben. 

Arbeitgeber führen für 450-Euro-Minijobber einen Pauschalbeitrag von 13 Prozent zur Krankenversicherung ab, wenn der geringfügig Beschäftigte gesetzlich krankenversichert ist. Auch zahlen Arbeitgeber einen pauschalen Rentenversicherungsbeitrag von 15 Prozent – ganz gleich ob der Arbeitnehmer von der Rentenversicherung befreit ist. 

Wenn der Arbeitnehmer privat versichert ist, fallen für den Arbeitgeber keine gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge an. Der Arbeitgeber hat überdies Beiträge zur Unfallversicherung, Insolvenzgeldumlage sowie weitere Umlagen zu entrichten. Zudem muss er eine Pauschalsteuer zahlen, wenn er Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abführt.

Für einen kurzfristig beschäftigten Minijobber fallen für den Arbeitgeber keine Sozialabgaben an. Gleichwohl muss der Arbeitgeber auch hier geringe Umlagen und Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung abführen.

Sozialabgaben in haushaltsnahen Minijobs

Hat der in Privathaushalten Beschäftigte keinen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gestellt, muss er selbst 13,7 Prozent seines Bruttoentgeltes zur Rentenversicherung entrichten. 

Privathaushalte zahlen als Arbeitgeber eines 450-Euro-Minijobbers jeweils fünf Prozent zur Renten- und Krankenversicherung. 

Zusammen mit den Umlagen müssen Privathaushalte einen Abgabensatz von maximal 14,69 Prozent einplanen. Auch die Beschäftigung eines kurzfristigen Minijobbers ist möglich.

Sind Steuern zu zahlen?

Geringfügig Beschäftigte sind grundsätzlich steuerpflichtig – egal ob es sich um einen 450-Euro-Job oder um einen kurzfristigen Minijob handelt. 

Der Arbeitgeber entscheidet, ob die Einnahmen aus dem Minijob pauschal mit 2 Prozent des Arbeitsentgelts versteuert werden oder ob individuell nach Lohnsteuerkarte abgerechnet wird. Die Pauschalsteuer ist an die Minijob-Zentrale abzuführen. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sind im Pauschalsteuersatz enthalten.

Bei der individuellen Besteuerung fallen für den Minijobber keine Steuern an, wenn er der Steuerklassen I bis IV angehört und keine weiteren Einkünfte hat. 

Für Minijobber, die mehrere 450-Euro-Jobs ausüben, kann eine pauschale Lohnsteuer von 20 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ermittelt werden. Sie ist direkt an das entsprechende Finanzamt zu entrichten. Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen (§ 40a Abs. 1, 4 EStG) erfüllt sein.

Welche Rechte haben Minijobber?

Es gelten dieselben Arbeitsrechte wie für Vollzeitbeschäftigte. Dazu zählen unter anderem der Kündigungsschutz, der Anspruch auf Feiertagsvergütung, die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder bei Schwangerschaft sowie der Anspruch auf bezahlten Urlaub.

Die Anzahl der Urlaubstage richtet sich nach dem Bundesurlaubsgesetz und ist davon abhängig, an wie vielen Tagen pro Woche gearbeitet wird. 

Auch für Minijobs gilt der gesetzliche Mindestlohn von 9,35 Euro brutto (Stand: 1. Januar 2020) pro Stunde. Vom Stundenlohn hängen die monatlichen Arbeitsstunden ab, die maximal abgeleistet werden dürfen. 

Wer Mindestlohn verdient, darf rund 48 Stunden monatlich arbeiten, um die 450-Euro-Grenze nicht zu überschreiten.

Welche Vorteile bieten Minijobs?

Ein großer Vorteil von Minijobs liegt in den flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Minijobs erleichtern außerdem Arbeitssuchenden oftmals einen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt. 

Für den Arbeitnehmer besteht der Vorteil, einen kleinen Hinzuverdienst zu erwirtschaften und weitgehend von der Sozialversicherung befreit zu sein. Arbeitslosen kann er den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt erleichtern. 

Für Arbeitgeber gibt es zahlreiche Gründe, einen Minijobber einzustellen. Bei einer variierenden Auftragslage können Minijobber flexibel eingesetzt werden – auch außerhalb regulärer Arbeitszeiten. Auf vorübergehende Auftragsspitzen oder -flauten kann der Arbeitgeber somit spontan reagieren. Vor einer Festanstellung in ein voll sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis besteht für Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Möglichkeit einer Kennenlernphase

Privathaushalte haben einen geringen Aufwand bei der Anmeldung eines Minijobbers. Sie sparen Steuern und haben niedrige Abgaben. Zudem sind ihre Angestellten voll in der Unfallversicherung abgesichert.

Welche Nachteile bieten Minijobs?

Nachteile von Minijobs bestehen für den Arbeitnehmer in oftmals geringeren Stundenlöhnen, für den Arbeitgeber in vergleichsweise hohen Sozialabgaben.

Minijobber erwerben nur einen geringen Rentenanspruch für die Zeit ihrer Beschäftigung. Die Stundenlöhne sind oft verhältnismäßig gering. 

Für den gewerblichen Arbeitgeber sind Minijobs teurer als voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Anstatt eines Arbeitgeberanteils von rund 20 Prozent des Bruttolohns für gesetzliche Sozialabgaben, muss er bei Minijobs rund 30 Prozent aufwenden.

Worin unterscheiden sich Minijob und Midijob?

Der Midijob ist zwischen einem Minijob und einer Vollzeittätigkeit einzuordnen. 

Arbeitnehmer mit einem Verdienst von mehr als 450 Euro brutto werden seit dem 1. Juli 2019 in einen Übergangsbereich bis 1.300 Euro brutto (vorher Gleitzone bis 850 Euro brutto) kategorisiert. In diesem Übergangsbereich spricht man von einem Midijob. 

Im Gegensatz zum Minijob, muss der Arbeitnehmer Sozialabgaben leisten und ist somit sozialversichert. Die vom Midijobber zu leistenden Sozialbeiträge sind niedriger als für Normalverdiener. Sie richten sich nach einem gestaffelten Gleitzonenentgelt. Der Arbeitgeber zahlt hingegen die vollen Beiträge. 

Außerdem können mit Midijobs seit dem 1. Juli 2019 volle Rentenansprüche erworben werden. Beschäftigte zahlen zwar ermäßigte Rentenbeiträge ein, diese werden aber so berücksichtigt, als hätten sie den vollen Arbeitnehmeranteil in die Rentenkasse eingezahlt.

Eine Lohnsteuer muss im Midijob nicht zwangsläufig gezahlt werden. Ausschlaggebend sind hierbei sowohl die jeweilige Steuerklasse als auch die familiäre Situation. 

Wird ein Midijob als Nebenjob ausgeübt, entfallen etwaige steuerliche Vergünstigungen und das Gehalt wird regulär versteuert. 

Wie kann ich mir die Dienstplanung mit Minijobbern erleichtern?

Ob Mini- oder Midijob: Eine übersichtliche Dienstplanung ist für einen optimalen Einsatz von Mitarbeitern wichtig. 

Der Online-Dienstplan biduum® bildet nicht nur transparente und übersichtliche Wochen- und Monatspläne ab, sondern berücksichtigt auch maximale Monatsarbeitszeit, Zuschläge und Urlaubsansprüche der Mitarbeiter.

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