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Dienstplan-Lexikon
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Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit - am siebten Tage sollst du arbeiten

Was ist Sonntagsarbeit, was Feiertagsarbeit?

Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit ist die geleistete Arbeit, die an Sonntagen oder gesetzlichen Feiertagen zwischen 0 Uhr und 24 Uhr durchgeführt wird.

Bundesrechtlich dürfen Arbeitnehmer an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden (§ 9 Abs. 1 ArbZG). Dieses grundsätzliche Verbot basiert außer auf traditionellen und religiösen Gründen auf sozial- und arbeitswissenschaftlichen Standpunkten. 

Dennoch ist Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit in bestimmten Branchen unverzichtbar, um beispielsweise die öffentliche Ordnung aufrechterhalten zu können. Züge fahren und Brände lodern beispielsweise auch sonn- und feiertags. Auch ist es angenehm, seinem Sport oder Hobby am (für die meisten freien) Wochenende nachgehen oder ein Restaurant besuchen zu können.

Aufgrund landesrechtlicher Rechtsverordnungen ist Arbeit an Sonntagen und Feiertagen je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Als Beispiel seien hier die verschiedenen Ladenschluss- beziehungsweise Ladenöffnungsgesetze in den einzelnen Bundesländern genannt. Ebenso hängen die gesetzlichen Feiertage von den Bestimmungen der einzelnen Bundesländer ab. 

Wird Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit geleistet, ist der Arbeitgeber laut Arbeitszeitgesetz verpflichtet, alle Arbeitszeiten für diese Tage zu dokumentieren. 

Alle Jahre wieder dieselbe Frage: Nein, Heiligabend und Silvester gelten - im Gegensatz zu Weihnachten - bundesweit nicht als gesetzliche Feiertage. 

Wann sind Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit erlaubt?

Erlaubt sind neben Arbeiten, welche nicht an Werktagen vorgenommen werden können, insbesondere Branchen, die im öffentlichen Interesse eine tägliche Versorgung aufrecht halten müssen, z.B. Feuerwehren, Rettungsdienste oder die Polizei.

Können gewisse Arbeiten an Werktagen nicht vorgenommen werden, dürfen diese auch an Sonntagen oder Feiertagen erledigt werden.

Zu den typischen Branchen (§ 10 Abs. 1 ArbZG), in denen Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit erforderlich ist, gehören unter anderem:

  • Rettungsdienste und Notdienste
  • Polizei
  • Feuerwehr
  • Kranken- und Pflegeeinrichtungen
  • Gastronomie
  • Verkehrsbetriebe
  • Landwirtschaft
  • Produktionsbetriebe
  • Bäckereien und Konditoreien
  • Freizeit- und Sporteinrichtungen
  • Bewachungsgewerbe und
  • Messen.
Nicht nur in dieser Branche ist Arbeit an Feiertagen normal
Nicht nur in dieser Branche ist Arbeit an Feiertagen normal

Arbeitnehmer, die nicht in den unter § 10 aufgeführten Bereichen beschäftigt sind, dürfen an Sonntagen und Feiertagen nicht arbeiten. Ausnahmen können je nach Bundesland bestehen. 

Grundsätzlich geschlossen bleiben an diesen Tagen Bibliotheken, Ladengeschäfte und Verkaufsstände gewerblicher Anbieter (mit Ausnahmen für bestimmte Verkaufsstellen, bestimmte Waren und besondere Verkaufsanlässe). 

Welche Sonderregelungen für Jugendliche, schwangere und stillende Frauen gelten?

Schwangere und stillende Frauen sowie Jugendliche genießen besonderen Schutz. Dessen Regelungen sind im Mutterschutzgesetz (MuSchG) und Jugendarbeitsschutzgesetz (JarbSchG) festgehalten. 

Arbeitgeber müssen die gesetzlichen Vorgaben des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JarbSchG) beachten. Beschäftigte unter 18 Jahren dürfen demnach an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen nur in bestimmten Branchen beschäftigt werden (§ 17 Abs. 2 JarbSchG).

Bei Sonntagsarbeit müssen zwei arbeitsfreie Sonntage im Monat gewährt werden, während die Fünftagewoche bestehen bleibt (§ 17 JArbSchG). Das Gleiche gilt für Samstagsarbeit (§ 16 JArbSchG). 

An Heiligabend und Silvester dürfen Jugendliche jeweils nach 14 Uhr nicht beschäftigt werden. Arbeitsfrei bleiben immer der zweite Weihnachtstag, Neujahr, der Ostermontag und der Tag der Arbeit (§ 18 JArbSchG). 

Ebenso sind die Vorgaben des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) zu berücksichtigen. Generell dürfen schwangere oder stillende Frauen nur dann an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden, wenn sie sich ausdrücklich hierzu bereit erklärt und eine Gefährdung für sie oder ihr Kind durch Alleinarbeit ausgeschlossen werden kann (§ 6 MuSchG). 

Welchen Ausgleich müssen Arbeitgeber für Sonntagsarbeit oder Feiertagsarbeit schaffen?

Für geleistete Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit besteht ein Anspruch auf Freizeitausgleich innerhalb eines Ausgleichszeitraums. 

Arbeitnehmer haben bei Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit gemäß Arbeitszeitgesetz (§ 11 ArbZG) Anspruch auf

  • 15 arbeitsfreie Sonntage im Jahr,
  • einen Freizeitausgleich (Ersatzruhetag) in einem Ausgleichszeitraum innerhalb von zwei Wochen, wenn sie an einem Sonntag beschäftigt werden beziehungsweise
  • einen Freizeitausgleich (Ersatzruhetag) in einem Ausgleichszeitraum innerhalb von acht Wochen, wenn sie an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt werden.

Der Ausgleichszeitraum kann in einem Tarifvertrag abweichend von § 11 ArbZG festgelegt werden (§ 12 Satz 1Nr. 2 ArbZG).

Wie sind Höchstarbeitszeiten, Ruhepausen und Ruhezeit geregelt?

Die gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen sind auch an Sonntagen und Feiertagen einzuhalten. Allerdings existieren einige Ausnahmeregelungen.

Arbeitgeber müssen auch bei Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit dafür Sorge tragen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen zu Höchstarbeitszeiten, Ruhepausen und zur Ruhezeit eingehalten werden. 

Ausnahmeregelungen

Das Arbeitszeitgesetz schreibt in den Sonderregelungen zur Sonntagsruhe und Feiertagsruhe vor, dass:

  • in mehrschichtigen Betrieben mit regelmäßiger Tag- und Nachtschicht der Beginn oder das Ende der Sonn- und Feiertagsruhe um bis zu sechs Stunden vor- oder zurückverlegt werden kann, wenn für die auf den Beginn der Ruhezeit folgenden 24 Stunden der Betrieb ruht (§ 9 Abs. 2 ArbZG).
  • für Kraftfahrer und Beifahrer der Beginn der 24-stündigen Sonn- und Feiertagsruhe um bis zu zwei Stunden vorverlegt werden (§ 9 Abs. 3 ArbZG) kann.

Abweichende Regelungen können zudem in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung zulässig sein.

Wann sind Zuschläge für Sonntagsarbeit oder Feiertagsarbeit zu zahlen?

Gesetzlich vorgeschrieben sind Zuschläge für Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit nicht. Sie werden daher in Arbeits- und Tarifverträgen sowie Betriebsvereinbarungen festgelegt.

Einen gesetzlichen Anspruch auf Sonntagszuschläge und Feiertagszuschläge gibt es nicht. Ob dem Arbeitnehmer dennoch Zuschläge auf der Lohnabrechnung zustehen, kann festgelegt sein:

  • in einem Arbeits- oder Tarifvertrag,
  • in einer Betriebsvereinbarung,
  • durch eine betriebliche Übung, wenn der Arbeitgeber wiederholt Sonntagszuschläge und Feiertagszuschläge gezahlt hat.

Besteht sowohl ein Anspruch auf Nachtzuschlag als auch auf Feiertagszuschlag, müssen dem Arbeitnehmer bei Nachtarbeit an einem Feiertag beide Zuschläge gezahlt beziehungsweise ein Freizeitausgleich gewährt werden.

Arbeitnehmer haben im Krankheitsfall, an Feiertagen und bei Urlaub Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts. Dies beinhaltet auch die Fortzahlung von Sonntagszuschlägen und Feiertagszuschlägen .

Wie sind Zuschläge für Dienst zu ungünstigen Zeiten definiert?

Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit wird neben Nachtarbeit als Dienst beziehungsweise Arbeit zu ungünstigen Zeiten bezeichnet.

In vielen Branchen kommen Zuschläge für Dienst zu ungünstigen Zeiten vor, die in Geld oder Zeit vergütet und tariflich vereinbart werden. 

Die Zuschläge werden steuerfrei gezahlt, solange sie bestimmte Prozentsätze des Grundlohns nicht überschreiten. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, wird in der Regel nur der höhere Feiertagszuschlag gezahlt.

Dienst zu ungünstigen Zeiten

Wann müssen Zuschläge versteuert werden?

Arbeitgeber müssen sowohl für den Lohn als auch für die Sonntagszuschläge und Feiertagszuschläge ihrer Mitarbeiter bis auf wenige Ausnahmen Einkommensteuer an das Finanzamt abführen.

Steuerfrei sind die Zuschläge nur unter folgenden Voraussetzungen (§ 3b EStG):

  • Beim Sonntagszuschlag werden 50 Prozent des Grundlohns nicht überschritten. Dies gilt auch für die Arbeitszeit am Montag von 0 bis 4 Uhr, wenn der Dienst am Sonntag begonnen hat.
  • Beim Feiertagszuschlag werden 125 Prozent des Grundlohns nicht überschritten. Dies gilt auch für die Arbeitszeit am Folgetag von 0 bis 4 Uhr, wenn der Dienst am Feiertag begonnen hat.
  • Beim Feiertagszuschlag werden 150 Prozent des Grundlohns nicht überschritten, wenn an Heiligabend ab 14 Uhr, an den Weihnachtsfeiertagen und am 1. Mai gearbeitet wird.
  • Beim Feiertagszuschlag werden 125 Prozent des Grundlohns nicht überschritten, wenn an Silvester ab 14 Uhr gearbeitet wird.

Der Grundlohn setzt sich neben dem Grundgehalt auch aus geldwerten Vorteilen wie Firmenwagen, Fahrtkostenzuschüsse, vermögenswirksamen Leistungen oder Schichtzulagen zusammen. Er ist in einen Stundenlohn umzurechnen und darf maximal 50 Euro pro Stunde betragen (Stand: 01.01.2020).

Sind für Zuschläge Sozialabgaben abzuführen?

Auf Sonntagszuschläge und Feiertagszuschläge sind keine Sozialabgaben abzuführen, solange der Grundlohn nicht überschritten wird (§ 1 SvEV).

Liegt das Entgelt darüber, ist nur der Teil des Grundlohns sozialabgabenpflichtig, der 25 Euro übersteigt (Stand: 01.01.2020). Dieser Grenzwert ist für die gesetzliche Unfallversicherung nicht maßgebend, Zuschläge sind hier immer in voller Höhe dem Arbeitsentgelt zuzurechnen (§ 1Abs. 2 SvEV).

Welche negativen Auswirkungen kann Feiertagsarbeit oder Sonntagsarbeit haben?

Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit ist in vielen Branchen unentbehrlich, birgt aber neben gesundheitlichen Gefahren auch Probleme im familiären und sozialen Umfeld.

Sonntage und Feiertage sind wichtig, um sich zu erholen und Stress abzubauen. Wer am Wochenende dennoch arbeitet, unterliegt einer höheren Unfallgefahr und riskiert gesundheitliche Beeinträchtigungen wie zum Beispiel:

  • Erschöpfung,
  • Schlafstörungen,
  • Muskel-Skelett-Erkrankungen oder
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Zusätzlich kann Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit zu Problemen im familiären und sozialen Umfeld führen, da die zur Verfügung stehende sozial nutzbare Zeit an diesen Tagen eingeschränkt ist. Auch fällt die Trennung zwischen Berufs- und Privatleben schwerer.

Welche Optionen zur Sonntagsarbeit bietet biduum® mir?

In biduum® können Sie "ungünstige Zeiten" und deren Zuschläge definieren. Diese werden mit Hilfe des Dienstplans automatisch berechnet.

Mit biduum® können Sie Zuschläge für Dienste zu ungünstigen Zeiten wie "Nachtarbeit", "Sonntagsarbeit" und "Feiertagsarbeit" hinterlegen. Auch haben Sie die Möglichkeit, mehrere Zuschläge, die eine Gruppe von Mitarbeitern erhalten soll, unter einem Kürzel als Lohngruppe zusammenzufassen, z.B. bei gleichzeitiger Weihnachts- und Nachtarbeit.

Einmal definiert, können die Zuschläge für alle Mitarbeiter automatisch berechnet werden. 

Zur Überprüfung und Dokumentation können Sie die Abrechnungsdaten in einem PDF-Bericht ausgeben oder als CSV-Datei exportieren, um die Anberechnungsdaten an den Steuerberater weiterzugeben.

Testen Sie biduum® doch mal unverbindlich - und zwar 60 Tage lang und kostenfrei: 

Ich möchte biduum® gerne kostenlos testen.

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