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Dienstplan-Lexikon
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Jugendarbeitsschutz - behütet ins Arbeitsleben

Was besagt das Jugendarbeitsschutzgesetz?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) regelt die arbeitsrechtlichen Belange, die in Verbindung mit der Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen stehen. Gefahren für die allgemeine Entwicklung, welche aus der Tätigkeit resultieren, sollen mit den gesetzlichen Regelungen vermieden werden.

Das Gesetz gilt nicht für:

  • geringfügige Gefälligkeitsleistungen
  • geringfügige, familienrechtliche Tätigkeiten zum Beispiel im Familienhaushalt und
  • geringfügige Beschäftigungen in Jugendhilfe- oder Behinderteneinrichtungen (§ 1 Abs. 2 JArbSchG).

Von Bedeutung sind zudem das Berufsbildungsgesetz (BBiG) sowie das Arbeitszeitgesetz. Für Personen ab 18 Jahren gilt das Arbeitsschutzgesetz

Welches Mindestalter gilt für Beschäftigungen?

Die Beschäftigung von Kindern unter 13 Jahren ist generell verboten (§ 5 Abs. 1 JarbSchG). Es gibt jedoch Ausnahmeregelungen für Kinder zwischen 13 und 15 Jahren.

  • zu beschäftigungs- und arbeitstherapeutischen Zwecken
  • für ein Betriebspraktikum während der Vollzeitschulpflicht und
  • zur Erfüllung einer richterlichen Weisung.

Ebenso sind mit Zustimmung der Eltern leichte Tätigkeiten wie Botendienste oder Zeitungen austragen möglich – allerdings nur zwei Stunden täglich. 

Gleiches gilt für Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen. 

In den Schulferien dürfen 13- bis 17-Jährige, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen, für höchstens vier Wochen im Kalenderjahr beschäftigt werden.

Für die Beschäftigung von Jugendlichen gibt es Altersgrenzen

Welche Arbeiten sind für Kinder ab 13 Jahren geeignet?

Kinder über 13 Jahre dürfen nicht jede Art von Arbeit verrichten. Die Kinderarbeitsschutzverordnung reguliert, welche Art von Arbeit erlaubt ist.

Gemäß Kinderarbeitsschutzverordnung (KindArbSchV) sind folgende Arbeiten für Kinder über 13 Jahren geeignet:

  • Austragen von Zeitungen.
  • Botengänge, Kinderbetreuung, Nachhilfeunterricht, Haustierbetreuung, Einkäufe, Tätigkeiten in Haushalt und Garten.
  • Tätigkeiten bei der Ernte und Feldbestellung, der Selbstvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, der Versorgung von Tieren.
  • Handreichungen beim Sport.
  • Tätigkeiten bei nichtgewerblichen Aktionen und Veranstaltungen der Kirchen, Religionsgemeinschaften, Verbänden, Vereinen und Parteien.

Welche Arbeiten sind Jugendlichen verboten?

Auch für Jugendliche gilt: Nicht jede Arbeit ist erlaubt. Ausgeschlossen sind beispielsweise Tätigkeiten, welche die Gesundheit der Jugendlichen gefährden.

Um die Arbeitssicherheit und die Gesundheit nicht zu gefährden, verbietet das Gesetz Jugendlichen unter 18 Jahren Tätigkeiten

  • am Fließband oder im Akkord.
  • die ihre körperliche Leistungsfähigkeit überfordern oder physisch belastend sind.
  • Arbeiten, die ihre psychische Leistungsfähigkeit überfordern und die mit Unfallgefahren verbunden sind aufgrund mangelnden Sicherheitsbewusstseins (zum Beispiel Gabelstaplerfahren, Bedienung von Maschinen).
  • die Schädigungen durch Lärm, Erschütterungen oder Strahlen hervorrufen können.
  • die sie Gefahrstoffen, Schadstoffemissionen, außergewöhnlicher Hitze oder Kälte aussetzen.
  • die sie sittlich gefährden könnten.

Minderjährige Ferienjobber dürfen nicht körperlich anstrengende Tätigkeiten verrichten.

Welchen Arbeitszeit-Regelungen unterliegen Kinder und Jugendliche?

Bei der Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen müssen Kriterien wie etwa maximale Arbeitszeiten und Feiertagsarbeit sowie die Einhaltung von Pausenregelung und Ruhezeiten berücksichtigt werden.

Einsatzzeiten

Jugendliche dürfen nur zur Tagesarbeitszeit zwischen 6 und 20 Uhr eingesetzt werden (§ 14 ArbSchG). Nachtarbeit und Arbeit während der Unterrichtszeit sind verboten. 

Ab 16 Jahren ist es erlaubt, bis 22 Uhr im Gaststätten- und Schaustellergewerbe zu arbeiten, in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr, in Bäckereien, Konditoreien und in der Landwirtschaft ab 5 Uhr. 

Ab 17 Jahren ist ein Einsatz in Bäckereien bereits ab 4 Uhr erlaubt.

Die Schichtzeit (Arbeitszeit zuzüglich Ruhepausen) darf zehn Stunden nicht übersteigen.

Tages- und Wochenarbeitszeiten

Minderjährige zwischen 15 und 18 Jahren, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen, dürfen maximal acht Stunden täglich arbeiten und eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden nicht überschreiten (§ 8 Abs. 1JArbSchG). 

An einzelnen Tagen sind bis zu 8,5 Stunden erlaubt, wenn die Arbeitszeit dafür an anderen Tagen reduziert wird. 

Nicht vollzeitschulpflichtige Kinder dürfen innerhalb oder außerhalb eines Berufsausbildungsverhältnisses bis zu sieben Stunden täglich und 35 Stunden wöchentlich beschäftigt werden (§ 7 JArbSchG). 

Das Jugendarbeitsschutzgesetz untersagt, an mehr als fünf Tagen pro Woche zu arbeiten (§ 16 Abs. 2 JArbSchG). 

Es gibt jedoch Ausnahmebranchen wie zum Beispiel:

  • Krankenhäuser
  • Pflegeeinrichtungen
  • ärztlicher Notdienst oder
  • landwirtschaftliche Betriebe.

Pausenregelung

Pausen sind für Jugendliche und Kinder besonders wichtig, um die Erholung von der Arbeit zu garantieren. Bei der Arbeitszeiterfassung müssen daher die speziellen Pausenregelungen beachtet werden. Minderjährige Jugendliche müssen spätestens nach viereinhalb Stunden eine Pause einlegen. 

Ihnen stehen zu:

  • für jede Pause eine Mindestlänge von 15 Minuten,
  • eine Pause von 30 Minuten nach viereinhalb Stunden,
  • eine Pause von 60 Minunten nach sechs Stunden.
Pausen und Ruhezeiten sind für Kinder und Jugendliche besonders wichtig

Samstagsarbeit, Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit

Beschäftigte unter 18 Jahren dürfen an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen nur in bestimmten Branchen beschäftigt werden und bekommen dafür an einem anderen berufsschulfreien Tag frei (§ 17 Abs. 2 JArbSchG). 

Bei Sonntagsarbeit müssen zwei arbeitsfreie Sonntage im Monat gewährt werden, während die Fünftagewoche bestehen bleibt. Das Gleiche gilt für Samstagsarbeit (§ 16 JArbSchG). 

An Heiligabend und Silvester dürfen Jugendliche jeweils nach 14 Uhr nicht beschäftigt werden. 

Arbeitsfrei bleiben immer der zweite Weihnachtstag, Neujahr, der Ostermontag und der Tag der Arbeit (§ 18 JArbSchG).

Ruhezeit

Jugendlichen muss nach Beendigung der Arbeit eine Ruhezeit von mindestens zwölf Stunden gebilligt werden. 

Mehrarbeit

Außer in Notfällen dürfen Jugendliche keine betriebsbedingte Mehrarbeit leisten. 

Welche Urlaubsregelungen gelten für Minderjährige?

Der Mindesturlaub richtet sich nach der Altersklasse der betroffenen Kinder und Jugendlichen.

So erhalten Jugendliche:
bis 15 Jahren 30 Urlaubstage.
bis 16 Jahren 27 Urlaubstage.
bis 17 Jahren 25 Urlaubstage.

Welche Regeln gelten bezüglich des Gesundheitsschutzes?

Das Gesetz sieht für den Schutz der Gesundheit eine Reihe an ärztlichen Untersuchungen für Jugendliche vor, dazu gehören Erst-, Nach- und Ergänzungsuntersuchungen (§32 ff. JarbSchG). Für diese muss der Arbeitgeber den Jugendlichen freistellen (§43 JarbSchG) und das Entgelt weiterzahlen.

Wie kann ich Jugendliche in einen Dienstplan integrieren?

Jugendliche, die in Ihrem Betrieb beziehungsweise Ihrer Organisation eingesetzt werden, können problemlos in die vorhandene Dienstplanung miteinbezogen werden. Dabei ist die Definierung ihrer Dienste und die Einhaltung der Pausen- und Ruhezeiten besonders wichtig. 

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